Wellenläufer Oceanodroma leucorrhoa
Die beiden von WÜST (1981) genannten, nicht mehr genau zu datierenden
Meldungen von 1868 und 1912 müssen als nicht ausreichend dokumentiert
gelten.
Schwarzschwan Cygnus atratus
Gefangenschaftsflüchtling; ist daher im Anhang aufzuführen.
Rostgans Tadorna ferruginea
Hinweise auf Wildvögel fehlen; ist daher im Anhang aufzuführen.
Kragenente Histrionicus histrionicus
Mit Recht werden von GLUTZ & BAUER (1969) im Gegensatz zu WÜST
(1981) die bayerischen Meldungen aus dem 19. Jh. als ungesichert angesehen.
Spatelente Bucephala islandica
BARTHEL (1993) hält in Übereinstimmung mit der DS unter Berücksichtigung
des Wanderverhaltens der Art und nach kritischer Sichtung von Daten außerhalb
des Brutgebiets für alle neueren Daten in Deutschland Zusammenhang
mit Gefangenschaftshaltung für wahrscheinlicher als Wildvögel
(vgl. auch GLUTZ & BAUER 1969 mit konkreten Hinweisen auf Importe;
hier auch nachdrücklicher Hinweis auf Verwechslungsmöglichkeiten)
. Dem ist hinzuzufügen, dass bisher z. B. in Großbritannien
und Irland oder Dänemark keine anerkannten Nachweise vorliegen (DYMOND
u.a. 1989, OLSEN 1992) oder in Schweden Meldungen nicht in die Landesliste
aufgenommen wurden (RISBERG 1990).
Steppenad1er Aguila nipalensis
Ein Ind. über mehrere Jahre an einer Stelle beobachtet; stammt
wahrscheinlich aus Gefangenschaft (STEINBACHER in WÜST 1981).
Kaiseradler Aquila heliaca
Auch für das 19. Jh. kann WÜST (1981) keinen Nachweis zitieren.
Mind. einmal entflogener Gefangenschaftsvogel.
Jungfernkranich Anthropoides virgo
Die beiden Beobachtungen 1963 und 1974 sind in Übereinstimmung
mit BARTHEL (1993) als Gefangenschaftsflüchtlinge zu werten.
Pazifischer Goldregenpfeifer Pluvialis fulva
Die Meldung vom 1966 ist unzureichend dokumentiert (vgl. auch BEZZEL
1990b).
Spornkiebitz Hoplopterus spinosus
Am 27. und 28. Nov. 1983 wurde einer in München-Thalkirchen an
der Isar beobachtet (HAAS, Archiv IfV), also unmittelbar neben dem Zoo
München. BARTHEL (1993) sieht auch die bisherigen Beobachtungen aus
Deutschland als Gefangenschaftsflüchtlinge an.
Spitzschwanz-Strandläufer Calidris acuminata
Die Meldung von 1982 wurde vom BS (1991) als nicht ausreichend dokumentiert
eingestuft.
Dünnschnabelmöwe Larus genei
Die Beobachtung von 1959 ist nicht ausreichend dokumentiert.
Eismöwe Larus hyperboreus
Die bisherigen Meldungen (FÜNFSTÜCK & LECHNER 1987, HOHLT
& LOHMANN 1987, STROBEL & ZIEGLER 1987, SEITE 1988, LOHMANN 1991)
sind vom BS nicht anerkannt oder noch nicht geprüft; bei mind. zwei
bestehen nach der Beschreibung Restzweifel, obwohl drei Meldungen in den
Winter 1986/87 fallen. Einem historischen Hinweis fehlen die genauen Angaben.
Papageitaucher Fratercula arctica
Keine belegte Feststellung.
Blutspecht Dendrocopos syriacus
Das Vorkommen in Deutschland ist bisher auf der Grundlage einer vom
BS anerkannten Beobachtung in Ostdeutschland bestätigt. Alle Beobachtungen
in Bayern sind bisher nicht dem BS vorgelegt und geprüft worden: Einzelbeobachtungen
Weibchen 1988 (KLOSE 1988) und Männchen 1990 (RÖSSGER 1991).
Die Art ist daher nach den Texel-Richtlinien (DS 1993) nicht in die Liste
Bayern aufzunehmen. Über Bastarde mit Buntspecht s. WÜST 1981.
Kalanderlerche Melanocorypha calandra
Aus Bayern liegt keine Meldung vor (WÜST 1986, BEEZEL 1990a).
Saharasteinschmätzer Oenanthe leucopyga Der Nachweis aus Bayern ist als Gefangenschaftsflüchtling einzustufen (vgl. BARTHEL 1993).
Trauersteinschmätzer Oenanthe leucura
Kein einwandfreier Nachweis (WÜST 1986, BEZZEL 1990 a).
Heckensänger Cercotrichas galactotes
Kein Nachweis aus Bayern (BEZZEL 1990a).
Buschrohrsänger Acrocephal us dumetorum Kein Nachweis aus Bayern (BEZZEL 1990 a).
Wanderlaubsänger Phyl1oscopus borealis
Kein ausreichend dokumentierter Nachweis aus Bayern (BEZZEL
1990 a).
Isabellwürger Lanius isbellinus
Kein ausreichend dokumentierter Nachweis (BEZZEL 1990a, s. auch GLUTZ
& BAUER 1993).
Unglückshäher Perisoreus infaustus
Kein Nachweis (BEZZEL 1990 a; vgl. auch GLUTZ & BAUER 1993).
Alpenkrähe Pyrrhocorax pyrrhocorax
Obwohl gelegentliches Vorkommen früher nicht unwahrscheinlich
ist, gibt es keinen einwandfreien Nachweis für Bayern; viele Angaben
sind zudem nicht datiert (z.B. WALTER 1985, BEZZEL 1990 a). GLUTZ &
BAUER 1993 meinen, ,,eine negative Pauschalbeurteilung wird der Situation
kaum gerecht". Dies mag für die Wahrscheinlichkeit des Auftretens
in Bayern zutreffen, aber (1) ist die Ablehnung der bisherigen ,,Nachweise"
keine Pauschalbeurteilung (jede Meldung wurde überprüft und bei
keiner ist außer bestenfalls allgemeinem Hinweis auf roten Schnabel
ein relevantes feldornithologisches Merkmal der durchaus auffälligen
Art vermerkt worden) und (2) bezieht sich die Ablehnung der bisherigen
Meldungen lediglich auf die unbefriedigende Datenlage, die auch von GLUTZ
& BAUER nicht bestritten wird. Die von GLUTZ & BAUER zitierten
Meldungen aus grenznahen Bereichen Tirols und Salzburgs unterstützen
die Berechtigung nicht, die Art in die bayerische Liste aufzunehmen (vgl.
auch DVORAK u.a. 1993).
Polarbirkenzeisig Carduelis hornemanni
Kein ausreichend dokumentierter Nachweis (BEZZEL 1990 a).
Historische Meldungen, die nicht in die Liste rezenter Vögel Bayerns aufzunehmen sind, betreffen:
Waldrapp Geronticus eremita
Rothuhn Alectoris ru£a