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Die Ornithologische Gesellschaft in Bayern e.V.
Vögel haben stets die Menschen fasziniert und bezaubert durch Gesang, Flug und Federkleid. Seit hundert Jahren gibt es eine Gesellschaft in Bayern, in der sich mehr als tausend Berufs und Amateurornithologen zusammengeschlossen haben, um Ornithologie auf hohem Niveau zu betreiben. Seit 1903 erscheinen jährlich mehrere Hefte zum Gesamtgebiet der Vogelkunde mit Schwerpunkt zur Feldornithologie Bayerns. Die Veröffentlichungen der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern spiegeln eindrucksvoll Geschichte und Trendwendungen in der Vogelkunde wider. In der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts stand die Erforschung naher und ferner Vogellebensräume und die Beschreibung neuer Vogelarten im Vordergrund. Die sechziger Jahre waren mehr der Verhaltensforschung gewidmet, in den siebziger Jahren gewannen Umwelteinflüsse auf die Vogelwelt an Bedeutung, womit die Grundlagen für die Berücksichtigung ornithologischer Belange für die Landschaftsplanung und die mittlerweile gesetzlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfungen gelegt wurden. Als Meilenstein für die bayerische Vogelkunde ist die von W. Wüst herausgegebene "Avifauna Bavariae - die Vogelwelt Bayerns im Wandel der Zeit" (Bd.1 1981, Bd.2 1986) zu nennen. Sie ist die einzige zusammenfassende Darstellung des Wissens über die Vogelwelt Bayerns. Eine zunehmend wichtige Aufgabe sieht die Ornithologische Gesellschaft in Bayern e.V. in der Aufrechterhaltung und dem Ausbau eines möglichst flächendeckenden Beobachternetzes in Bayern. Dieses Vorhaben ist in einem Flächenstaat mit der eineinhalbfachen Größe der Schweiz und zahlreichen naturräumlichen Untereinheiten vom Hochgebirge bis zur Beckenlandschaft des Rhein-Main-Gebietes von besonderem Interesse. Zu diesem Zweck haben sich verschiedene regionale oder landesweite Arbeitsgruppen gebildet, z.B. eine Bayerische Seltenheitenkommission, eine Kleineulengruppe, die Arbeitsgemeinschaft Ismaninger Teichgebiet. Einzelne Mitglieder bearbeiten Dauerbeobachtungsflächen in verschiedenen bayerischen Regionen in Zusammenarbeit mit dem DDA-Monitoringprogramm. Als Aufgabe der ornithologischen Heimatforschung wird die Dokumentation der Bestands- und Arealveränderungen z.B. von Kormoran, Schwarzstorch, Gänsesäger, Rauhfußhühnern, Kiebitz, Feldlerche, Karmingimpel, Birkenzeisig und Haussperling gesehen. Die Ornithologische Gesellschaft in Bayern wird seit vielen Jahrzehnten und auf allen Ebenen der behördlichen Naturschutzverwaltung, d.h. auf Landkreis-, Bezirks- und Landesebene als fachkompetenter und ernstzunehmender Partner akzeptiert, wobei ihre allein auf ornithologische und ökologische Belange ausgerichtete und politisch neutrale Grundeinstellung diese Akzeptanz begünstigt. Bei den meisten Berührungspunkten, z.B. bei agrar- und wasserwirtschaftlichen Themen gelang es so relativ oft, in der Entscheidungsabwägung zwischen wirtschaftlichen Belangen und den Interessen des Artenschutzes einen Konsens zu finden, welcher der Vogelwelt einen ausreichenden Freiraum zugesteht. Probleme bleiben der Konflikt Jagdgesetz-Naturschutzgesetz und generell die Sinnfrage nach der Vogeljagd. Wir streben die sukzessive Herausnahme der Vögel aus dem Jagdgesetz weiter an und werden durch möglichst landesweite Bestandsüberwachungen hinsichtlich Kormoranabschuß, Graureiher- und Gänsesägerproblematik, Wasservogeljagd und Rabenvogelbejagung die Berechtigung bestehender Verordnungen kritisch hinterfragen. Zur Abstimmung der einzelnen Vorhaben und Verbesserung der Kontakte werden auf regionaler Ebene zu regelmäßigen Terminen Versammlungen abgehalten, z.B. in München, Regensburg, Nürnberg und Würzburg. Die regelmäßigen Zusammenkünfte dienen zur Vermittlung von neuen Erkenntnissen aus Forschung und Lehre durch externe Referenten. An jedem dritten Freitag im Monat (außer im August) findet eine Vortragsveranstaltung im Hörsaal der Zoologischen Staatssammlung; Münchhausenstraße 21, Zoologische Staatssammlung, D-81247 München (5 Gehminuten von der Haltestelle Obermenzing der S2) statt, an jedem ersten Donnerstag ab 19 Uhr ein zwangloses Treffen im Rhaetenhaus, Luisenstraße 27. Genauere Auskünfte bzw. Beitrittsmöglichkeiten, Vortragsveranstaltungen und vogelkundliche Führungen der Ornithologischen Gesellschaft erhält man durch den Vorsitzenden Manfred Siering, 82031 Grünwald, Gereutplatz 1, Tel. 089/6253359, Fax 089/64916571. Der Jahresbeitrag beträgt 35,-- Euro (für Schüler und Studenten 20,-- Euro); Spenden sind stets willkommen. Beträge, die über den Mitgliedsbeitrag hinaus einbezahlt werden, sind steuerlich als Sonderausgaben abzugsfähig. Biologen können Mitgliedsbeitrag und Spenden als berufliche Werbungskosten steuermindernd absetzen. |