Eugen Schuhmacher

Eugen Schuhmacher (1906-1973) stammte aus einem württembergischen Forsthaus. Er wurde Jagdaufseherlehrling, dann Soldat bei der Bayerischen Landespolizei, die er verließ, um in der ornithologischen Abteilung der Zoologischen Staatssammlung unter A. Laubmann zu arbeiten. Nachdem er obendrein bei A. Fischer in Augsburg das Präparieren gelernt hatte, wurde er ein geschickter Dermoplastiker, den H. Krieg als Begleiter und Photographen auf zwei lange Reisen mit nach Südamerika nahm. Anschließend bot ihm die berufliche Stellung an der Bayerischen Staatssammlung zusätzlich die Freizeit für ornithologische Exkursionen, aus denen eine größere Reihe von Verlautbarungen erwuchs. Die Freude an der Photojagd ebnete ihm dann 1938 den Weg in die Kulturfilm-Abteilung der Bavaria-Filmgesellschaft. Als die Amerikaner 1945 die Auflösung der Gesellschaft erzwangen, flüchtete er in das Wagnis der Selbständigkeit. Neben meisterhaften Photos zeigte sich seine Geschicklichkeit u.a. in dem 1949 im Ismaninger Teichgebiet entstandenen Film "Gefiederte Gäste am Rande der Stadt". In der Folgezeit drängte es den tiefer blickenden Beobachter mehr und mehr, für die von der Ignoranz des Menschen bedrohte Tierwelt einzutreten. Unter Förderung durch die IUCN, den WWF, den DNR sowie die Photofachindustrie suchte er die letzten Zufluchtstätten auf, um aufgrund von Dokumentarfilmen das Daseinsrecht der Tiere zu unterstreichen. Seit 1958 bediente er sich auch des Fernsehens, um unter Verzicht auf pseudowissenschaftliche Beigaben mit der Sendereihe "Auf den Spuren seltener Tiere" Verständnis für die Notwendigkeit großzügiger Rettungsmaßnahmen zu wecken.

1 Seite zurück