25 Jahre Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Ostbayern

Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Ostbayern wurde am 9. Dezember 1972 in Straubing gegründet. Damit begann für die Erforschung der Vogelfauna in Ostbayern ein neuer Zeitabschnitt. Waren es vorher mehr zufällige Ergebnisse, angefangen mit dem "Handschriftlichen Verzeichnis der Mettener Vögel" des Benediktinerpaters MAX LIKLEDER aus dem Jahre 1880, bis hin zu verschiedenen Veröffentlichungen in naturkundlichen, aber auch in ornithologischen Fachzeitschriften (z.B. SPRANGER 1926, POLL 1927, SCHNELL 1962, SCHUBERT 1970), setzt mit der Gründung der OAG OSTBAYERN die systematische Erkundung der Vogelwelt Ostbayerns ein.

Ein erster Höhepunkt der Arbeiten der OAG OSTBAYERN, die damit in ganz Bayern Achtung erfuhren, war mit der Veröffentlichung der Studie – Lebensraum Donautal – im Jahre 1978 erreicht. Als Sammelbecken von unschätzbarer integrierender Wirkung und als "Zentralorgan" der systematischen Erkundungsarbeit erwiesen sich daneben die seit 1973 regelmäßig erscheinenden Jahresberichte. Sie bilden neben den zweimal jährlich stattfindenen ostbayernweit Arbeitstreffen das bewährte organisatorische Rückgrat der OAG.

Aber nicht nur für die Ornithologie in Ostbayern hat die OAG Ostbayern Maßstäbe gesetzt, sie galt und gilt auch heute noch als Vorbild für andere OAGs in Bayern. So ist die OAG Ostbayern bis heute die einzige der bayerischen Arbeitsgemeinschaften geblieben, die organisatorisch den Spagat zwischen organisiertem Verein und freier Arbeitsgemeinschaft in einem Hause gemeistert hat. So sind viele Mitarbeiter der OAG wunschgemäß nicht Mitglieder in ornithologischen Fachgesellschaften, andererseits erhielt die OAG Ostbayern durch das Dach der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e. V. den juristischen und finanzrechtlichen Rahmen um auch große Gutachen mit entsprechender Verantwortung gegenüber den jeweiligen Auftraggebern abwickeln zu können. Ein Angebot, das die Ornithologische Gesellschaft in Bayern künftig auch den anderen bayerischen OAGs unterbreiten möchte.

Nicht zuletzt ist es der OAG Ostbayern, trotz allseits bekannter Schwierigkeiten, immer wieder gelungen neue und vor allem junge Menschen an die Ornithologie heranzuführen, was, unter schmerzhaften Umständen, aber sehr eindrucksvoll, nach dem Tode ihres langjährigen organisatorischen Leiters Gerhard Hanusch zu beweisen war. Der neuen Doppelspitze der OAG Ostbayern, den Herren Dr. R. Schlemmer und Herrn Dr. H.-J. Wunderer alles Gute und viel Erfolg für die nächsten 25 Jahre.

Klaus Volker Rachl
Stellv. Vorsitzender der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e. V.
im Namen des gesamten Vorstandes
Falkenweg 3
85395 Attenkirchen-Thalham

Literatur:

Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Ostbayern (1978): Lebensraum Donautal, Ergebnisse einer ornitho-ökologischen Untersuchung zwischen Straubing und Vilshofen.—Schriftr. Naturschutz u. Landschaftspflege des Bay. Landesamtes f. Umweltschutz, Heft 11, S. 3 – 125.

Poll, I. (1927): Die Vogelwelt von Metten und seiner Umgebung. Beiträge zur Vogelkunde von Niederbayern.-- Verh. Orn. Ges. Bayern 17:376-411.

Schnell, A. (1962): Vogeljagd mit Foto uind Fernrohr. Drei Jahre ornithologische Beobachtungen rund um Metten.-- Alt und Jung Metten 29:35-38.

Schubert, W. (1970): Zur Brutvogelwelt der unteren Isar.-- Anz. Orn. Ges. Bayern 9: 134-149.

Spranger, K. (1926): Die Vogelwelt der Umgebung Deggendorfs a.D.-- Verh. Orn.Ges. Bayern 17:1-36.

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