Jahresrundschreiben 2017

Liebe OG-Mitglieder, am 5. Februar 1897 wurde unsere Gesellschaft gegründet. Ein guter Anlass zur Rückschau, zu Dank an unsere oft viele Jahrzehnte lang treuen Mitglieder für ihre Aktivitäten, aber auch zu einem Blick in die Zukunft unserer Vogelwelt.


Tannenhäher Nucifraga caryocatactes, Foto: Thomas Grüner

  Durch die digitalen Möglichkeiten – allen voran das inzwischen millionenfach genutzte fachspezifische Meldeportal ornitho.de - wird die Vernetzung der Vogelkundler untereinander, vor allem aber die Datenarchivierung ganz wesentlich erleichtert. Das Programm der Artenschutzkartierung (ASK) lässt Ihr ehrenamtliches Engagement optimal und ohne Zeitverzug in den Arten- und Biotopschutz einfließen. Somit sind Ihre, der Ornithologie zur Verfügung gestellten Beobachtungen in kürzester Zeit den Fachbehörden zugänglich.   Rückblickend darf festgehalten werden, dass auch die 5. Bayerischen Ornithologentage in Bad Elster mit mehr als 250 Teilnehmern sehr erfolgreich waren. Viele Kontakte auch über Bayern hinaus konnten erneuert und intensiviert werden und in der Fülle spannender und informativer Vorträge gab es für jeden Teilnehmer etwas Neues.   Bedenklich muss der Ausbau der Wasserkraftnutzung stimmen, der die letzten naturnahen Fließgewässer zerstört. Obwohl die überwiegende Mehrheit der Bürger unverbaute Flüsse und Bäche als wichtige Bereicherung empfindet, sollen die letzten freien Fließstrecken energetisch genutzt werden. Bei einem Großteil der so genannten FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat), vor allem in Unterfranken, Oberbayern und Schwaben, fehlen noch die dazu gehörenden Managementpläne. Sie erst bringen eine Bestandsaufnahme, wie es um die schutzwürdigen Tiere und Pflanzen in dem Gebiet steht und definieren, was getan werden muss, um den Lebensraum zu erhalten und zu verbessern. Hinzu kommt der ungebremste Flächenverbrauch in Bayern. Der Rückgang der Vogelarten des Grünlands gibt größten Anlass zur Sorge. Beispiel dafür ist der Ausbau im Biogasbereich mit dem großflächigen Anbau von Mais. Die intensive Nutzung von Grünland zur Silagegewinnung bei Ausbringung hoher Mengen an Gülle lässt fast kein Leben von wirbellosen Tieren (Regenwürmer, Larven von Wiesenschnaken, Zikaden etc.) mehr zu. Wer durch sommerliches Grünland marschiert, wird kaum noch auffliegende Heuschrecken bemerken. Damit wird die Lebensgrundlage nicht nur für die klassischen Offenlandbrüter, sondern zudem für Arten wie die Wacholderdrossel zerstört. In dieser Abwärtsspirale finden sich auch Schwalben, Mauersegler und letztlich Greifvögel.   Nach wie vor beschäftigt uns immer noch das Thema illegaler Tötungen von Großvögeln, insbesondere Greifvögeln und Eulen. Im Zeitraum von 2010 bis 2015 wurden dem LfU insgesamt 85 Vögel als Opfer illegaler Handlungen bekannt. Eine hohe Dunkelziffer und ausstehende Untersuchungen aus 2015 und 2016 werden eine deutlich höhere Zahl verendeter Greifvögel ergeben.   Zentrales Anliegen in der 120jährigen Historie unserer OG Bayern war schon immer Information und Kommunikation zwischen den bayerischen Ornithologen. Dies wollen wir auch weiterhin durch unser Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen und regionalen Exkursionen fördern. Für Ihr Engagement und Ihre Treue danke ich Ihnen auch im Namen von Vorstandschaft und Beirat   und verbleibe mit den besten Wünschen für 2017 Ihr Manfred Siering

 

Unser Archiv:

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