Reise Portugal & Spanien 05.04. – 19.04.2020

Der Südwesten der Iberischen Halbinsel bildet ein faszinierendes Mosaik aus Steppen- und Feuchtgebieten, Lagunen, Dünen und Steilküsten. Diese länderübergreifende Reise startet an der spanischen Südküste im Nationalpark Coto de Doñana – dem größten Feuchtgebiet Spaniens, das aufgrund seines außergewöhnlichen Artenreichtums bereits 1994 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt wurde. Mit Sondergenehmigung gelangen Sie hier bis in die Kernzone des Nationalparks. Er bietet Marmel- und Weißkopfruderente, Rothuhn, Raubwürger, Purpurhuhn, Rotflügel-Brachschwalbe und anderen seltenen Tierarten, wie dem Pardelluchs, ei­nen streng geschützten Lebensraum. Weiter geht es an die Algarve mit  Raritäten wie Korallen- und Dünnschnabelmöwe sowie einer großen Vielfalt an Wasser- und Watvögeln im wunderschönen Küstennationalpark Ria Formosa (IBA). Von der Sagres-Halbinsel am äußersten Südwest-Zipfel Europas unternehmen Sie einen Bootsausflug auf offene See … und wieder zurück in Spanien beschließt der berühmte „Geierfelsen“ und die Steppen der Extremadura mit Groß- und Zwergtrappe, Schlangen- und Zwergadler, Blauelster und Rotkopfwürger mit vielen weiteren ornithologischen Highlights diese besonders vielfältige Reise.

IC-Reisehighlights:

  • Zwei Exkursionen im Schutzgebiet des Coto de Doñana Nationalparks – dem bedeutendsten Feuchtgebiet Südeuropas
  • Dünnschnabel- und Korallenmöwe an der Mündung des Rio Guadiana
  • Salinen und Feuchtgebiete im Küstennationalpark Ria Formosa (IBA)
  • Bootstour bei Sagres zur Beobachtung von besonderen Hochsee-Vogelarten
  • Groß- und Zwergtrappe in den Steppen der Extremadura und bei Castro Verde
  • Die weltweit größten Mönchsgeier-Populationen am „Geierfelsen“ des Nationalparks Monfragüe

Reiseroute:

München – Sevilla – El Rocio – Nationalpark Coto de Doñana – Castro Marim – Tavira – Naturschutzgebiet Ria Formosa – Quinta do Lago – Lagoa de Salgados – Sagres – Cabo de São Vincente – Cabo Sardao – Castro Verde – Steppenlandschaft des Alentejo – Castro Verde – Mertola – Trujillo –Torrejón el Rubio – Nationalpark Monfragüe – Stausee Arrocampo – Steppenlandschaft der Extremadura – Sevilla – München

Reiseprogramm:

1. Tag (So., 05.04.2020):
Flug München – Sevilla, Fahrt nach El Rocio

Gemeinsamer Flug nach Sevilla und Transfer zu Ihrer ersten Unterkunft in El Rocio. Die kleine historische Ortschaft an der Lagune Charco de la Boca grenzt unmittelbar an den Nationalpark Coto de Doñana. Ihr Hotel liegt direkt an der Promenade und nur wenige Meter vom Besucher- und Informationszentrum Centro Ornitológico Francisco Bernis entfernt. Am Nachmittag bietet sich hier ein erster Besuch mit schönen Beobachtungsmöglichkeiten an der Lagune an, u.a. mit Rosaflamingo, Purpurhuhn sowie verschiedenen Entenarten. Seidensänger, Grauammer und Haubenlerche untermalen die Szenerie mit ihrem Gesang.

Drei Übernachtungen in El Rocio.

2. Tag (Mo., 06.04.2020):

Erste Exkursion in die Kernzone

des Nationalparks Coto de Doñana

Früh werden Sie von einem Nationalparkbeauftragten in Ihrer Unterkunft abgeholt und fahren mit Sonderge-nehmigung in die streng geschützte Kernzone des Coto de Doñana Nationalparks. Die Anzahl der Vogelarten ist um-werfend: Rothuhn, Rötelfalke, Steinkauz, Kurzzehenlerche, Raubwürger, Spießflughuhn, Rotflügel-Brachschwalbe u.v.m. Nachdem die Population des Pardelluchses hier in den letzten Jahren erfreulich angestiegen ist, bestehen gute Chancen, dieser seltenen Luchsart hier zu begegnen. Am Informationszentrum Jose Valverde sind Marmel- und Weißkopfruderente zu beobachten, weiterhin eine gemischte Kolonie von Kuh- und Seidenreihern sowie Sichlern. Akustisch untermalt wird das ganze Spektrum von Drosselrohrsänger, Grauammer und der allgegenwärtigen Haubenlerche. (F)

3. Tag (Di., 07.04.2020):
Geführte Exkursion im Süden des Nationalparks Coto de Doñana

Heute unternehmen Sie eine weitere, speziell geführte Tour in die Dünenlandschaft der Coto de Doñana mit diversen Seeschwalben-, Möwen- und Limikolenarten. Dieses wichtig-ste Feuchtgebiet Spaniens wurde 1994 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erhoben. Der Nationalpark ist vollständig Teil des ca. 114.000 Hektar großen Natura 2000-Gebiets „Doñana“. Weiterhin sind die Regionen um die Besucherzentren Acebuche und La Rocina sowie die fußläufige Umgebung von La Rocia äußerst interessant. Zielarten sind hier: Sichler, diverse Entenarten, Purpurhuhn, Löffler, Nacht-, Rallen- und Purpurreiher, Rohrschwirl, Theklalerche und Rotkopfwürger. (F)

4. Tag (Mi., 08.04.2020):
Weiterfahrt nach Portugal mit Halt im Naturschutzgebiet Castro Marim

Mit diversen Beobachtungsstopps fahren Sie heute die spanisch-portugiesische Küste entlang Richtung Algarve. Sie halten unter anderem am Parque Natural Castro Marim im Mündungsgebiet des Grenzflusses Rio Guadiana. Flaches Marschland, Dünen, Pinienwälder und Macchie prägen dieses älteste Naturreservat Portugals. Während einer kleinen Wanderung suchen Sie gezielt nach Dünnschnabel- und Korallenmöwe. Auch Löffler, Brand- und Zwergseeschwalbe sind zu erwarten. In den Salinen suchen Flamingos nach Nahrung. Schwarzkehlchen, Grauammer und Nachtigall begleiten Sie. Am späten Nachmittag erreichen Sie das bezaubernde Küstenstädtchen Tavira. Je nach Ankunftszeit verbleibt Zeit für eine erste Stippvisite im Küstennationalpark Ria Formosa oder eine individuelle Stadtbesichtigung.

Drei Übernachtungen in Tavira.

5. Tag (Do., 09.04.2020):
Exkursion im Küstennationalpark  Ria Formosa, Salinen von Ludo & Quinta do Lago

Heute steht die Erkundung der Algarve mit dem Naturschutzgebiet Ria Formosa im Fokus. Im Informationszentrum bei Olhao mit anschließendem Rundweg durch verschiedene Biotope und zu einer alten Gezeitenmühle sind viele schöne Beobachtungen garantiert. Wellenastrild, Blauelster, diverse Entenarten auf einem Süßwassersee sowie verschiedene Limikolen an den Wasserflächen um die Gezeitenmühle sind zu erwarten. Weiterfahrt zu den Salinen von Ludo und in das Gebiet Quinta do Lago. In den Salinen bestehen sehr gute Chancen auf eine abwechslungsreiche Vogelwelt mit Seeregen- und Kiebitzregenpfeifer, Stelzenläufer, Bekassine, Alpenstrandläufer. Bei Quinta do Lago leben am und im Süßwassersee des Golfplatzes verschiedenste Entenarten, Zwergdommel, Eisvogel, Purpurhuhn. Auch der Fischotter kann von einer Hütte aus manches Mal beobachtet werden. Der aus Afrika stammende Schwarzkopfweber hat sich hier etabliert. Mit etwas Glück können Sie den wunderschönen Vogel bei seinem spektakulären Nestbau beobachten. (F)

6. Tag (Fr., 10.04.2020):
Exkursion in den Salinen und Salzmarschen des Ria Formosa NPs

Noch einmal unternehmen Sie intensive Beobachtungen im Küstennationalpark, einem Mekka für Vogelkundler, das bereits 2005 von BirdLife International zur Important Bird Area (IBA) ernannt wurde. Sie beobachten heute mit dem Schwerpunkt Limikolen, denn hier können bis zu 20 Limikolenarten am Tag beobachtet werden! Unter anderem Triel, See- und Kiebitzregenpfeifer, Austernfischer, Stelzenläufer, Zwerg- und Sichelstrandläufer. Weitere Zielarten sind Brillengrasmücke, Flamingo, Seidenreiher und Korallenmöwe. (F)

7. Tag (Sa., 11.04.2020):
Fahrt von Tavira über
Lagoa de Salgados an das Kap „am Ende der Welt“

Während der heutigen Weiterfahrt legen Sie einen interessanten Beobachtungsstopp an den Lagoa de Salgados (auch bekannt als Pera Marsh) ein. Hier sind zu erwarten: Purpurhuhn, Rotkopfwürger, Rotflügel-Brachschwalbe, Raubseeschwalbe, Zistensänger, Seidensänger, Moorente, Zwergdommel, Kampfläufer, Sichler. Am späten Nachmittag erreichen Sie dann den südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes bei Sagres. Die Algarve endet dort in einer felsigen, bis zu 70 Meter hohen Steilküste mit karger, baumloser Vegetation. Seit dem Neolithikum ist das Kap ein heiliger Ort, wie Menhire in der Umgebung bezeugen. Die Griechen nannten den Ort Ophiussa (Land der Schlangen) und die Römer Promontorium sacrum (Heiliges Vorgebirge). Der magische Ort „am Ende der Welt“, an dem die Götter wohnen und die Sonne im Meer versinkt. Der Leuchtturm am Cabo de São Vicente gilt als der lichtstärkste Leuchtturm Europas! (F)

Drei Übernachtungen in Sagres.

8. Tag (Ostersonntag, 12.04.2020):

Bootstour ab Sagres & Exkursion zum Cabo Sardao

Am Vormittag startet Ihre Bootstour entlang der Küste, um pelagische Vogelarten zu beobachten. Um diese Jahreszeit sind Basstölpel, Skua, Fluss- und Brandseeschwalbe, Korallenmöwe, Sturmschwalbe, Atlantik-, Balearen- und Sepiasturmtaucher sowie Delfine zu erwarten. Am Nachmittag geht es parallel zur Küste gen Norden bis zum Cabo Sardao. Hier besteht die einzigartige Möglichkeit, brütende Weißstörche auf vorgelagerten Felsen im Atlantik zu beobachten. Sie unternehmen einige Stopps und suchen nach Iberienzilpzalp, Eisvogel, Mittelmeer-Raubwürger, Blaumerle, Krähenscharbe. Sollte es zeitlich passen, beschließen Sie den Tag mit einem Besuch des berühmten Leuchtturms am Cabo São Vicente bei Sonnenuntergang. (F)

9. Tag (Ostermontag, 13.04.2020):
Exkursion östlich von Sagres

Heute fahren Sie von Sagres aus gen Osten und werden auf kleinen Wanderungen verschiedene Gebiete erkunden, u.a. die vielfältigen Mündungsgebiete der Flüsse Alvor und Arade. Gezielte Suche nach Limikolen, Blauelster, Wiedehopf, Steinkauz, Fischadler und Gleitaar. Nachmittags erkunden Sie noch einmal intensiv die Sagres-Halbinsel. Hier sind zu erwarten: Alpenkrähe, Samtkopfgrasmücke, Blaumerle, Thekla- und Haubenlerche. Von verschiedenen Punkten aus halten Sie Ausschau nach Basstölpeln und Sturmtauchern. (F)

10. Tag (Di., 14.04.2020):

Fahrt von Sagres nach Castro Verde

Heute geht es zunächst an der Küste entlang von der Algarve in das Alentejo. Auf dem Weg erkunden wir die Landschaft entlang der Flüsse Aljezur und Ceixe, die beide in den Atlantik münden. Zielarten sind hier u.a. Iberienzilpzalp, Mittelmeer-Raubwürger und Brachpieper. Fischotter haben in beiden Flüssen ihr zuhause. Auf dem weiteren Weg besuchen wir eine Rötelfalkenkolonie in der Ruine eines alten Bahnhofs bevor wir am Castro Verde erreichen.

Zwei Übernachtungen in Castro Verde.

11. Tag (Mi., 15.04.2020):
Ausflug in die Steppenlandschaft des Alentejo

Die Ebenmäßigkeit der beeindruckenden Steppenlandschaft des Alentejo wird nur hier und da von Wehren und Flussläufen unterbrochen, die zahlreiche Wasservögel anziehen. Im Gebiet um das Vale Gonçalo begeben Sie sich auf die Suche u.a. nach Zwerg- und Großtrappe sowie Rötelfalke, Blauracke und Kurzzehenlerche. Nachmittags besuchen Sie das historische Städtchen Mertola. Idyllisch am Steilufer des Guadiana-Flusses liegt sie inmitten des Parque Natural do Vale do Guadiana. Die dortigen Rötelfalkenkolonien werden ausgiebig beobachtet. Auf einigen Streckenabschnitten sitzen Weißstörche auf fast jedem Mast am Straßenrand. (F)

12. Tag (Do., 16.04.2020):

Fahrt von Castro Verde über Trujillo nach Torrejón el Rubio 

Heute geht es zurück nach Spanien bis in die Extremadura. Unterwegs werden Sie einige Male halten, um gezielt weitere interessante Arten zu beobachten. Zunächst fahren Sie über die portugiesisch-spanische Grenze und Merida bis nach Trujillo. Hier brüten Weißstörche auf den Dächern und Kirchtürmen, in der Stadt können u.a. Rötelfalke, Mauer- und Fahlsegler sowie Blauracke beobachtet werden. Am frühen Nachmittag erreichen Sie dann Torrejón el Rubio im Herzen der Extremadura. (F)

Drei Übernachtungen in Torrejón el Rubio.

13. Tag (Fr., 17.04.2020):

Ausflug in den Nationalpark Monfragüe und zum Stausee Arrocampo

Heute erwartet Sie ein Höhepunkt dieser Reise: der Nationalpark Monfragüe mit seiner grandiosen Landschaft und seinen zahlreichen, sehr guten Vogelbeobachtungsmöglichkeiten. Am „Geierfelsen“, dem Salto di Gitano, bieten sich faszinierende Einblicke in die Kinderstube der Gänsegeier. Auch Schwarzstorch und Schmutzgeier nisten im Felsen. Nur getrennt durch den Tajo, in dem mitunter auch Fischotter leben, beobachten Sie in diesem Gebiet ausführlich. Mönchs-, Gänse- und Schmutzgeier ziehen ihre Kreise und auch Spanischer Kaiseradler, Steinadler sowie Habichtsadler können entdeckt werden. Außerdem Blaumerle, Zippammer, Trauersteinschmätzer und Alpensegler. Weiter geht es durch den Nationalpark mit verschiedenen Stopps immer den Tajo entlang. Zu erwarten sind neben den bereits erwähnten Arten auch Blauelster, Steinsperling, Girlitz und Rotkopfwürger. Letzte Station für heute ist der Stausee von Arrocampo, der eine völlig gegensätzliche Landschaft bietet. Von verschiedenen Beobachtungsposten aus halten Sie nach Purpurhuhn, Purpurreiher, Rallenreiher, Lachseeschwalbe, Gleitaar und Rohrweihe Ausschau. Nach einem erlebnisreichen Tag geht es zurück in Ihr Hotel. (F)

14. Tag (Sa., 18.04.2020):

Die Artenvielfalt der Extremadura

Heute steht die Erkundung der Steppenlandschaften zwischen Trujillo und Caceres auf dem Programm. Bei verschiedenen Stopps und kleinen Wanderungen machen Sie sich auf die Suche nach typischen Steppenvögeln wie Groß- und Zwergtrappe, Wiesenweihe, Schlangenadler, Zwergadler, Kalanderlerche. Auch Wiedehopf, Bienenfresser und Blauracke sind zu erwarten. Am Stausee von Talavan suchen Sie nach Rötelfalken, Haubentaucher sowie Steinadler und während der Mittags-rast an einer Brücke sind Rötelschwalbe, Flussregenpfeifer und Schafstelze zu er-warten. Immer wieder gehen die Blicke nach oben – auf der Suche nach kreisenden Greifvögeln oder Geiern. Faszinierend ist auch die hohe Dichte an Weißstörchen: Auf Scheunenruinen sitzen mitunter über 20 Paare! In einem kleinen Waldstück haben die Störche ihre Horste auf Kiefern gebaut, „Untermieter“ sind hier die Weidensperlinge. (F)

15. Tag (So., 19.04.2020):

Fahrt nach Sevilla & Rückflug nach München

Heute heißt es Abschied nehmen von einer besonders abwechslungsreichen Reise durch den Südwesten der iberischen Halbinsel. Fahrt zum Flughafen Sevilla und gemeinsamer Rückflug nach München. (F)