Angenommene Manuskripte

              . . . . . .

..

.

Stand: 18. Mai 2018

 .

Scholz, A.: Der Vilstalsee als Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel von 1975 - 2017

.

Seit mittlerweile 42 Jahren finden am Vilstalsee Zählungen von Wasservögeln im Rahmen der internationalen Wasservogelzählung statt. Ab dem Winterhalbjahr 1975/76, praktisch mit Fertigstellung des Stausees, wurden und werden alle Wasservögel jährlich von September bis April jeweils zur Monatsmitte gezählt. Die Wasservogel-Zahlen am Vilstalsee befanden sich bis in das Jahr 2007 auf relativ niedrigem Niveau. Mit einer Flächengröße von knapp 100 ha und der relativ starken Beanspruchung des Sees für Freizeit- und Erholungszwecke sowie weiterer vielfältiger Nutzungs- und Interessenskonflikte, hatte der Stausee bisher nur eine landesweite Bedeutung für den winterlichen Gänsesäger-Bestand. Erst nach dem Einsetzen der Massenvermehrung makrophytischer Wasserpflanzen im Jahr 2008 stiegen die Bestände der bereits in der Vergangenheit am Vilstalsee vorkommenden Vogelarten sehr stark an. Durch die Kombination des Anstieges der aquatischen Vegetation mit einem raschen Erwärmungspotenzial des Wasserkörpers aufgrund geringer Wassertiefen und einer geringen bis nur mittleren Abflussleistung, hat sich in den letzten Jahren auch ein großer Fischreichtum entwickelt. Diese Voraussetzungen haben in den letzten 10 Jahren insbesondere zu einer erhöhten Präsenz von Wasservögeln im Winterhalbjahr geführt. Dies äußert sich beispielsweise durch Bestandszunahmen des Blässhuhns im Winterhalbjahr von im Mittel 1.036 Ind. (Jahresmittelwerte = Durchschnitt der jährlichen Zählsummen) im Zeitraum 1975/76 bis 2007/08, in den Jahren vor dem massiven Einsetzen des Pflanzenwachstums im Jahr 2008, auf durchschnittlich 7.473 Ind. pro Jahr für den Zeitraum ab 2008. Eine weitere Art, die stark von einem erhöhten Nahrungsangebot in Jahren mit Massenvermehrung von Wasserpflanzen profitiert, ist die sich überwiegend herbivor ernährende Schnatterente. Auch bei dieser Art sind mittlerweile regelmäßig jährliche Rastbestände festzustellen, die im Vergleich der beiden Zeiträume extrem stark zugenommen haben. Während das Jahresmittel bei der Schnatterente vor dem Jahr 2008 bei lediglich 31 Ind. lag, erhöhte es sich danach auf einen jährlichen Schnitt von 2.500 Vögeln. Im Vergleich dazu moderate Bestandszunahmen sind auch bei einer Reihe weiterer Wasservögel wie z. B. Tafelente, Reiherente oder Graugans zu erkennen. Nur bei zwei Arten, der Stockente und dem Gänsesäger sind leicht rückläufige Zahlen zu konstatieren. Arten, denen der erhöhte Fischreichtum im Stausee entgegenkommt, sind z. B. Haubentaucher oder Flussseeschwalbe. In dieser Zusammenstellung und Auswertung der langjährigen Zählreihen am Vilstalsee wird neben der Darstellung der Bestandsentwicklung unter anderem auch auf das jahreszeitliche Auftreten der Wasservögel im Winterhalbjahr eingegangen. Zudem wird das Themenfeld Wasservögel und Störungen für die Situation vor Ort kurz angeschnitten.

.

Anhand der vorliegenden Zahlen besteht die Möglichkeit, die Bedeutung des Vilstalsees für verschiedene Wasservögel neu zu bewerten. Unter Verwendung von internationalen, nationalen und landesweiten Kriterien-Maßstäben kann anhand von Schwellenwerten ermittelt werden, welche Bedeutung ein Rastgewässer für bestimmte Wasservogelarten besitzt. Nach Auswertung der aktuellen Bestandszahlen der letzten fünf Jahre liegt für mindestens acht Arten eine landesweite, für die Schnatterente sogar eine nationale Bedeutung vor. Dieser Bericht soll insofern dazu beitragen, dass bei einer Gegenüberstellung der mittlerweile hohen Bedeutung des Vilstalsees als Rastgewässer mit den bekannten Störwirkungen Lösungsansätze entwickelt werden können, um einen langfristigen Schutz der insbesondere im Winterhalbjahr und zur Mauserzeit stark störungsanfälligen Wasservögel zu erreichen.

  .

Eingegangen am 10. Februar 2018

. Angenommen nach Revision am 16. April 2018

 

 .

____________________________________________________________________________________________

.

Bauer, U.: Fünfjährige Erfassung des Brutbestands und Bruterfolgs des Kiebitzes Vanellus vanellus im Landkreis Aichach-Friedberg (Bayern) – wie kann die Population überleben?

 .

Der Kiebitz brütete 2013 bis 2017 in zehn Hauptbrutgebieten in den Flusstälern von Lech und Paar, sowie im Donaumoos, außerdem an neun Einzelbrutplätzen im Lechtal und auch im Talbereich von Ecknach und Glonn. Von 2013 bis 2017 wurden im gesamten Landkreis Aichach-Friedberg im Durchschnitt jährlich 43,8 bis 46,6 BP ermittelt. Die Brutpaarzahl schwankte in den fünf Jahren zwischen 36 und 50 BP, insgesamt waren es 217 bis 231 BP. Gegenüber den Erhebungen von 2010 bis 2012 mit durchschnittlich 55 bis 57 BP jährlich ist somit eine Abnahme von ca. 15-20% der Brutpaarzahl in fünf Jahren eingetreten. Ebenso nahm die Nachwuchsrate mit 0,45 Flügge/BP gegenüber 0,53 Flügge/BP von 2010 bis 2012 ab. Die anzunehmende bestandserhaltende Nachwuchsrate von 0,8 Flüggen/Paar wurde nicht erreicht Es wurden in fünf Jahren 88-97 flügge Küken ermittelt. Die weiterhin nicht bestandserhaltende Nachwuchsrate wird für den Rückgang der Zahl der Brutpaare verantwortlich gemacht. Der Verlust eines Brutplatzes mit guter Reproduktion bei Derching infolge Erweiterung eines Gewerbegebiets wird sich zusätzlich negativ ausgewirkt haben. Es wurde eine Beschreibung der Brutgebiete vorgenommen. Günstig für die Kükenaufzucht erwies sich weiterhin das Vorhandensein von Wiesen als Nahrungs-und Aufzuchtplätze, auf die die Küken nach Höherwachsen des Maises (ab ca. 50-70 cm) geführt wurden. Wegen fehlender Wiesenanteile in vielen Brutrevieren war dies allerdings 2017 nur bei acht Flüggen der Fall, 12 Küken von insgesamt 20 wurden demnach auf Ackerflächen flügge, davon bei sechs Paaren ausschließlich auf dem Brutacker. Ähnliche Verhältnisse lagen auch in den anderen Jahren vor. Es ist davon auszugehen, dass der Anbau von Zwischenfrucht (Mulchsaat) nach der Getreideernte mit Belassen bis zum Frühjahr eine nahrungsreichere Kleintierfauna und eine Erhöhung der Regenwurmdichte gefördert und damit den Bruterfolg positiv beeinflusst hat. Erfolgreich war die Kükenaufzucht auf Wiesen, die mehrere Hektar Fläche aufwiesen. Die Strecken von Kükenwanderungen von Äckern auf Wiesen betrugen bis zu 800 und 1200 m.

.

91 Legebeginne aus den Jahren 2013, 2016 und 2017 ergaben Maxima der Legebeginne in der 3. April und 2. Maidekade. Damit handelt es sich vorwiegend um Nachgelege, verursacht durch die landwirtschaftliche Bearbeitung der Maisäcker im Frühjahr. Die Beeinträchtigung von Kiebitzbrutgebieten durch Siedlungs- und Straßenbau, Gewerbegebiete und Freizeitaktivitäten mit Hunden im Einflussbereich des Augsburger Ballungsgebietes wird erörtert. Erfolgreiches Brüten in Straßennähe wurde mehrmals nachgewiesen. Mit als Ursache wird die hier geringe oder fehlende Prädation vermutet. Es wurde ein detailliertes Schutzprogramm für den Landkreis Aichach-Friedberg erarbeitet, um die negative Bestandsentwicklung aufzuhalten.

.

Eingegangen am 11. Dezember 2017

. Angenommen nach Revision am 2. April 2018

   

____________________________________________________________________________________________

Kinshofer, G., Brandl, R. & Pfeifer, R.: Keine Hinweise auf Konkurrenz zwischen Kormoran Phalacrocorax carbo, Haubentaucher Podiceps cristatus und Gänsesäger Mergus merganser

 .

Die Winterbestände von Kormoran, Haubentaucher und Gänsesäger haben in Bayern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zugenommen, dann aber eine Obergrenze erreicht. Ein möglicher Faktor für diese Grenze könnten limitierte Nahrungsressourcen im Überwinterungsgebiet und zunehmende Konkurrenz zwischen den drei Arten sein. Die Auswertung von nahezu täglichen Zählungen am Seehamer See, Oberbayern, zwischen 2001 und 2016 ergaben jedoch keine Hinweise auf interspezifische Konkurrenz zwischen den drei fischfressenden Arten. Die Bestände am Seehamer See sind nicht durch die örtlichen Ressourcen limitiert.

Eingegangen am 20. April 2018

Angenommen nach Revision am 18. Mai 2018

____________________________________________________________________________________________

 

Bommer, K.-W.: Stare Sturnus vulgaris finden versteckte Gehäuseschnecken in einer Ligusterhecke (Kurze Mitteilung)

Eingegangen am 2. Oktober 2017

. Angenommen nach Revision am 5. Januar 2018

.