Angenommene Manuskripte

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Stand: 12. Oktober 2017

 

Soloviev, S.A. & O.S. Soloviev: The current status of the world’s northernmost colony of Dalmatian Pelican Pelecanus crispus in Omsk Oblast

1917 wurden erstmals Krauskopfpelikane auf den Seen in der Nähe von Omsk beobachtet. Seit 1983 nisten sie auf dem See Tenis (56º07'N, 71°45'E) in der nördlichen Waldsteppe der Region Omsk. Wir haben am 20. August 2013 auf diesem See acht fast ausgewachsene, aber noch nicht flugfähige Jungvögel gefangen und beringt. Insgesamt zählten wir rund 100 nicht flugfähige Jungvögel und rund 400 erwachsene Vögel auf dem See Tenis.

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Received: 16.10.2016

. Accepted after revision: 27.08.2017

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Pfeifer, R.: Vögel und Beeren – Überblick über eine Vogel-Pflanze-Interaktion

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Die Interaktion zwischen samenausbreitenden fruchtfressenden Vögeln und Pflanzen mit fleischigen Früchten wurde in den letzten Jahrzehnten zu einem viel bearbeiteten Forschungsgegenstand. Folgende Aspekte sind dabei hervorzuheben (Abb. 11):

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  1. Pflanzen mit fleischigen Früchten bieten dem Fruchtfresser Fruchtfleisch als „Belohnung“, damit der Samen aufgenommen wird und in den Verdauungstrakt gelangt (Endozoochorie). Sowohl früchtefressende Vögel als auch Pflanzen mit fleischigen Früchten gehören verschiedensten taxonomischen Gruppen an.

  2. Die Frucht ist idealerweise möglichst groß, damit sie vom Fruchtfresser als profitable Nahrungsquelle wahrgenommen wird. Nach oben wird die Fruchtgröße aber durch die Schnabelmorphologie begrenzt, da ansonsten der Fruchtfresser die Frucht nicht mehr im Ganzen verschlingen kann. Vogelverbreitete Früchte sind so gefärbt, dass sie vom Vogel möglichst gut wahrgenommen werden. Dies gilt für die Farbe der Frucht selbst, vor allem aber für die Kontrastwirkung zum Hintergrund. In gemäßigten Breiten weist das Fruchten eine deutliche Saisonalität auf, die sich häufig mit den Zugzeiten früchtefressender Vögel deckt.

  3. Frugivorie als Ernährungsstrategie kommt überwiegend in den Tropen vor. Eine ausschließliche Ernährung von Früchten tritt in den gemäßigten Breiten nicht auf und ist auch in den Tropen selten. Samenverbreitende Vogelarten verschlucken die Frucht im Ganzen, verdauen das Fruchtfleisch und scheiden die Samen durch Hervorwürgen oder nach Darmpassage wieder aus. Mögliche Anpassungen an das Früchtefressen bei europäischen Grasmücken finden sich nur in der äußeren Morphologie, vor allem im Schnabelbau, aber auch im Bau der Hinterextremität und des Flugapparates. Bei diesen Arten fand sich keine signifikante Beziehung zwischen dem Grad

    der Frugivorie und dem Bau des Verdauungsapparates. Bei ausgeprägten tropischen Fruchtfressern tritt eine Rudimentierung des Muskelmagens und eine Verkürzung der Darmlänge ein. Die Darmpassagezeit ist im Vergleich zu anderen Arten relativ kurz.

  4. Für einige mitteleuropäische Vögel konnte eine endogene Periodik des Früchtefressens gefunden werden. Zumindest für die Gartengrasmücke wurde nachgewiesen, dass die Vögel auch bei vorübergehender ausschließlicher Ernährung mit Beeren von Schwarzem Holunder und Feigen in der Lage sind, Depotfett zu bilden.

  5. In Mitteleuropa werden viele Gehölzarten der Gebüsche durch Vögel ausgebreitet. Endozoochore Pflanzenarten sind daher häufig Kolonisatoren in frühen Sukzessionsstadien. Die Ausbreitungsentfernung ist von der Raumnutzung der ausbreitenden Vogelart abhängig. Fernausbreiter sind meist große Vogelarten wie Drosseln, Stare und Rabenkrähen, während Rotkehlchen und Grasmücken die Diasporen eher im Bestand ausbreiten.

  6. Für eine Koevolution von endozoochor verbreiteten Pflanzen und früchtefressenden Vögeln in Mitteleuropa lassen sich kaum Argumente finden. Der Mutualismus beruht wahrscheinlich auf evolutiven Prozessen, die sich nicht vor Ort abgespielt haben. Es wird angenommen, dass nur Pflanzenarten mit einem bereits gut ausgebildeten Ausbreitermutualismus die Ansiedlung bei der postglazialen Wiederbewaldung Mitteleuropas möglich war.

Eingegangen am 1. Juli 2017

Angenommen nach Revision am 23. September 2017

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Flieger, B., D. Franz, G. Glätzer & N. Theiß: Erster Brutnachweis der Flussseeschwalbe Sterna hirundo in Franken seit fast 100 Jahren. (Kurze Mitteilung).

In 2017 a pair of Common Terns undertook a breeding attempt at a flooded quarry near Lichtenfels, Upper Franconia. Two eggs were laid. The brood was not successful because of increasing water levels after heavy rainfall.

Eingegangen am 2. Oktober 2017

Angenommen am 7. Oktober 2017

 

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Siering, M., C. Greiner & J. Ruf: Ein neuer Fall von inversem Gynandromorphismus beim Gimpel Pyrrhula pyrrhula.

An example of gynandromorphism has been observed in a Bullfinch. The bilateral gynandromorph is male-colored on the left and female on the right side. The gynandromorphic individual displays neither normal territorial nor sexual behavior. Most of the time the individual has been on its own and is not really accepted by a group of normal-colored Bullfinches. The gynandromorphic individual has been observed since 2015 in the same garden in Affing near Augsburg, Bavaria (48.444521 N, 10.960623 E).

Eingegangen am 2. Oktober 2017

Angenommen nach Revision am 9. Oktober 2017

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Rank, H.: Erfolgreiche Brut der Steppenmöwe Larus cachinnans am Kranzlohweiher im Landkreis Schwandorf, Oberpfalz. (Kurze Mitteilung).

In 2017 a successful breeding attempt by a pair of Caspian Gulls Larus cachinnans was recorded adjacent to a colony of Black-headed Gulls at a fishpond in the district of Schwandorf (NE Bavaria). The start of breeding was most likely around 01.05.17, hatching took place on 29.05.17. First flights by the young of 10 to 20 m low over the water were observed on 29.05.17, and the young were seen to be fully fledged on 09.07.17. No observations were made after that date.

Eingereicht am 29. September 2017

Angenommen am 11. Oktober 2017